Die villa urbana war ein prächtiges Stadtpalais und zeigt in eindrucksvoller Weise den Lebensstil der Carnuntiner Oberschicht. Wer es sich leisten konnte, versuchte, den Lebensstandard von Rom auch in die entferntesten Provinzen zu exportieren. Die villa urbana Carnuntums dürfte wohl von einem sehr wohlhabenden Bürger bewohnt worden sein. Schon der von Säulen flankierte Treppenaufgang zum Hauptportal zeugt vom Status und Selbstbewusstsein des einstigen Besitzers.
Die 2008 rekonstruierte Fläche beträgt rund 600 m2, wobei lediglich die öffentlichen Repräsentationsbereiche rekonstruiert wurden. Der gesamte Villenkomplex erstreckte sich vermutlich bis zur Stützmauer der Straße im Süden der Anlage. Genauere archäologische Untersuchungen in diesem Bereich sind allerdings noch ausständig.

Anders als beim Haus des Lucius fehlen leider sämtliche Hinweise, die Aufschluss über den Eigentümer des Stadtpalais bringen könnten. Bemerkenswert war allerdings der Fund von rund 30 m2 aufwändiger Wandmalerei, die in einer späteren Bauphase abgeschlagen und gemeinsam mit dem Bauschutt planiert wurde. Entsprechend aufwändig gestaltete sich die Rekonstruktion der Bruchstücke zu einer aussagekräftigen Vorlage. Nach jahrelanger akribischer Kleinarbeit gelang es schließlich, das ursprüngliche Aussehen der Wandmalerei zu rekonstruieren. Das prunkvolle Ergebnis ist im Hauptsaal der villa urbana gemeinsam mit der wiederhergestellten steinernen Halbkuppel zu bestaunen.

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