Puls

Die Puls, ein Getreidebrei, ist das römische Nationalgericht. Der römische Komödiendichter Plautus bezeichnet daher die Römer in seiner Gespensterkomödie (Mostellaria 828) als pultiphagi – als Pulsfresser. In der Literatur werden verschiedene Pulsrezepte überliefert (z.B. eine Art Polenta bei Plinius, Historia Naturalis [Naturgeschichte] 18, 72 oder eine eher süße Variante, die Puls Punica, bei Cato, De Agricultura [Über die Landwirtschaft] 85). Apicius überliefert in seinem römischen Kochbuch (De re coquinaria – über die Kochkunst) in Buch 5,1 verschiedene Pulsrezepte, bei denen dem Getreidebrei auch Fleisch und Hirn zugefügt wird, was aber eher eine Ausnahme darstellt. 

Die Puls fabata – Brei aus Getreide und Bohnen

Das in Carnuntum gekochte Rezept wurde angeregt durch Marcus Junkelmann, Panis Militaris, Verlag Philipp von Zabern, Main 1997, S. 194.

Da die Zutaten (pulmentaria) von Puls schon in der Antike variierten, haben wir die Carnuntiner Version durch Zugabe von Gemüse, typisch römischen Gewürzen und Kräutern etwas verfeinert.

Literarische Quellen zur Puls fabata: Plinius, Historia Naturalis – Naturgeschichte 18, 117-118; Macrobius 1, 12, 33.

 

Zutaten:

250 gr. Dinkelreis (besser, aber weniger einfach zu beschaffen: Emmergraupen oder Emmerkörner, die im Mörser grob zerkleinert werden)

120 gr. getrocknete Bohnen oder ersatzweise 1 kleine Dose weiße Bohnen

1 Zwiebel

1 Zehe Knoblauch

1 Stange Sellerie

1 Karotte

1 Pastinake

1 Stange Lauch

Salz, gemahlener Pfeffer, Kreuzkümmel, Garum (als Ersatz thailändische Fischsauce), Oregano (getrocknet) und frische Kräuter nach Belieben. Wir haben einige der in der römischen Küche am häufigsten verwendeten Kräuter genutzt: Koriander, Weinraute, Estragon und Minze.

 

Zubereitung:

  1. Bohnen am Vorabend einweichen und eventuell vorkochen
  2. Zwiebel, Knoblauch und Gemüse klein schneiden.
  3. Kräuter klein hacken
  4. Olivenöl in einer großen Pfanne oder einem Topf erhitzen. Zunächst Zwiebel und den Knoblauch anschwitzen, dann das Gemüse hinzugeben. Unter Rühren kurz anschwitzen
  5. Getreide, etwas Salz und mindestens ½ l Wasser hinzugeben. Bei Bedarf noch Wasser nachgießen.
  6. Kurz bevor das Getreide weich wird, noch die vorgekochten Bohnen hinzugeben.
  7. Wenn das Getreide weich gekocht ist, mit den Gewürzen und Kräutern den Brei abschmecken.

 

 

ACHTUNG: Die Weinraute bitte nur spärlich verwenden. Schwangeren wird vom Genuss dieser typischen römischen Gewürz- und Heilpflanze abgeraten.

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