Geschichte

3./2. Jh. v. Chr.                 
Kelten wandern von Westen in die Gebiete der späteren Provinzen Noricum und Pannonien ein.

2. Jh. v. Chr.                    
Das Keltische Königreich Noricum (lat. regnum Noricum) reicht offenbar bis in das Gebiet des späteren Carnuntum. Auf dem Braunsberg besteht bereits eine keltische Anlage (lat. oppidum).

2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.   
Das oppidum auf dem Braunsberg wird aufgegeben.

35 v. Chr.                         
Pannonienfeldzug des Augustus.

15 v. Chr.                         
Nach dem Alpenfeldzug des Tiberius und Drusus wird Noricum römisches Protektorat.

6 n. Chr.                            
Tiberius erreicht die Donau und errichtet ein Winterlager. (Vell. Pat. 2, 109, 5)

8−9 n. Chr.                       
Die Provinz Pannonien wird eingerichtet mit Savaria als Hauptstadt.

9 n. Chr.                            
Rom verliert im Teutoburger Wald drei Legionen. Das bedeutet das Ende der augusteischen Expansionspolitik.

41−54 n. Chr.                  
Eine erste Bauinschrift der legio XV Apollinaris belegt das Legionslager in Holz-Erde Konstruktion.

Mitte 1. Jh. n. Chr.         
Erste Weihedenkmäler auf dem Pfaffenberg werden gesetzt.

62 n. Chr.                         
Die legio XV Apollinaris verlässt Carnuntum und zieht in den jüdischen Krieg. Es folgt in Carnuntum die legio X. Kurze Zeit später wird die legio XXII in Carnuntum stationiert.

Ab ca. 70 n. Chr.            
Erste Befunde in der Zivilstadt (Haus I).

73 n. Chr.                         
Eine zweite Bauinschrift des Legionslagers, das nun in Stein gebaut ist, blieb erhalten.

81−96 n. Chr.                  
Unter Domitian wird das Auxiliarkastell in Holz-Erde-Bauweise errichtet. Das Amphitheater der Militärstadt in Bad Deutsch- Altenburg wird vermutlich bereits in dieser frühen Phase gebaut.

81−96 n. Chr.                  
Domitian hält sich möglicherweise in Carnuntum auf (Grabstein eines Sänftenträgers, heute im Schüttkasten des Schlosses Petronell).

103−107 n. Chr.              
Traian lässt Pannonien teilen, Carnuntum gehört zur Provinz Pannonia superior.

114 n. Chr.                       
Die legio XIV („Carnuntiner Hausregiment“) zieht in das Legionslager ein und bleibt bis zum Ende der römischen Phase hier stationiert.

Um 117/120 n. Chr.       
Errichtung eines ersten Juppitertempels auf dem Pfaffenberg.

117−138 n. Chr.              
Hadrian verleiht Carnuntum das Stadtrecht – Municipium Aelium Carnuntum. Der Inschrift des Gemeinderats Zmaragdus zufolge wird das zivile Amphitheater in Petronell-Carnuntum errichtet.

136 n. Chr.                       
Lucius Aelius Caesar (Adoptivsohn und präsumptiver Nachfolger des Hadrian) ist in Carnuntum. Er stiftet ein Heroon für Antinoos auf dem Pfaffenberg.

Um 150 n. Chr.               
Erste Tempel entstehen am Ostrand der canabae legionis. Haus I der Zivilstadt wird in Stein errichtet.

167 n. Chr.                       
Die Germanenkriege beginnen.

167/68 n. Chr.                 
Marc Aurel lässt die Alpen sperren und mehrere neue Legionen ausheben.

168/69 n. Chr.                 
Lucius Verus – Mitregent des Marc Aurel – stirbt überraschend.

170 n. Chr.                       
Die römische Offensive gegen die Germanen (Markomannen, Quaden, Naristen und andere kleine Völkerschaften) scheitert, die Grenze zum römischen Reich (lat. limes) wird durchbrochen. Es fallen 20.000 Römer, darunter auch der Statthalter von Carnuntum.

170/71 n. Chr.                 
Germanen ziehen bis Aquileia und belagern die Stadt erfolglos.

171 n. Chr.                       
Die germanischen Verbände werden mit Hilfe der Donauflotte vertrieben. Marc Aurel schlägt sein Quartier in Carnuntum auf. Das Auxiliarkastell wird umgebaut, um die zusätzlich stationierten Soldaten unterzubringen.

172 n. Chr.                       
Marc Aurel lässt eine Pontonbrücke über die Donau bauen und eine Strafexpedition gegen die Germanen starten (zu sehen auf der Marcussäule in Rom).

172/73 n. Chr.                 
Mehrere kriegerische Auseinandersetzungen mit den Germanen. Marc Aurel beendet das 2. Buch seiner Selbstbetrachtungen in Carnuntum.

177−180 n. Chr.             
Erneute Kriegshandlungen gegen germanische Völkerverbände.

180 n. Chr.                       
Marc Aurel stirbt auf seinem Weg zurück nach Rom in Sirmium (heute Sremska Mitrovica, Serbien) an der Pest.

184 n. Chr.                       
Commodus beendet die Germanenkriege und die Römer ziehen sich hinter die Donau zurück.

09. April 193 n. Chr.      
Lucius Septimius Severus, der Statthalter von Pannonien, wird von seinen Truppen zum Kaiser proklamiert.

194 n. Chr.                       
Carnuntum wird zur colonia mit erweitertem Stadtrecht ernannt. Die Stadt heißt nun Colonia Septimia Aurelia Antoniniana Carnuntum.
Ende des 2./Anfang des 3. Jhs. n. Chr. erreicht Carnuntum seine Blütezeit mit über 50.000 Einwohnern. 

Vor 200 n. Chr.               
Bau des Dolichenus-Heiligtums auf der Pfaffenbrunnwiese in Petronell.

Um 200 n. Chr.               
Der große Tempel II (vermutlich ein Dolichenum) auf dem Pfaffenberg wird errichtet.

Um 200 n. Chr.              
Errichtung der großen Forumstherme (sog. Palastruine), das Auxiliarkastell und das Legionslager werden umgebaut bzw. renoviert. Carnuntum steht in seiner Blüte.

226−228 n. Chr.              
Cassius Dio Cocceianus ist Statthalter in Carnuntum.

253−268 n. Chr.              
Unter Gallienus wird das Auxilliarkastell aufgegeben.

260/261 n. Chr.               
Regalianus (Statthalter von Pannonia superior) und seine Frau Dryantilla werden von den Carnuntiner Truppen zum Kaiserpaar erhoben, aber nicht in Rom vom Senat anerkannt, ihre Regentschaft dauert nur wenige Wochen.

Ab ca. 260 n. Chr.          
Barbaren überschreiten immer wieder die Donau. In Noricum sind die Schäden enorm, so wird u.a. Lauriacum (Enns/OÖ) zerstört.

292−294 n. Chr.              
Sarmatenkriege in Unterpannonien.

293 n. Chr.                       
Diokletian führt die I. Tetrarchie ein. Es regieren nun er, Maximian, Galerius und Constantius I. Chlorus.

Nach 300 n. Chr.             
Neugestaltung von Haus I, Haus II und der Villa Urbana.

305 n. Chr.                       
Diokletian dankt ab. Er regelt seine Nachfolge, 306 n. Chr. kommt es zu massiven Streitigkeiten, nachdem Constantius I. Chlorus überraschend stirbt.

308 n. Chr.                       
Mehrwöchige Kaiserkonferenz von Carnuntum. Die Nachfolge Diokletians wird geregelt, Konstantin (später: der Große) wird in die Tetrarchie aufgenommen. Er bekämpft in den folgenden Jahren seine Mitregenten und ist ab 321 n. Chr. alleiniger Herrscher.

313 n. Chr.                       
Letzte datierbare Inschrift vom Pfaffenberg. Die ‚Vereinbarung von Mailand‘, geschlossen zwischen Licinius und Konstantin, legalisiert neben anderen Glaubensrichtungen auch das Christentum.

325 n. Chr.                       
Konzil von Nicaea (Bithynia et Pontus, heute Nordostanatolien). Dort nimmt auch ein Bischof aus Pannonien teil, d.h. das Christentum ist bereits gut organisiert.

351−361 n. Chr.              
Ein Erdbeben im Gebiet Carnuntums führt zu teils massiven Zerstörungen in der Stadt.

375 n. Chr.                       
Kaiser Valentinian ist in Carnuntum. Er lässt ein letztes Mal systematische Umbauten am Legionslager vornehmen und unternimmt eine Strafexpedition ins Germanengebiet.

376 n. Chr.                       
Die Hunnen überschreiten die Wolga und setzen mehrere Völker, die sie vertreiben, in Bewegung. Es beginnt die sog. Völkerwanderung.

378 n. Chr.                       
Die Römer werden bei Adrianopel vernichtend geschlagen. Goten siedeln sich auf dem Balkan an.

380 n. Chr.                       
Die Goten kommen auch nach Pannonien und werden in der römischen Armee aufgenommen.

391 n. Chr.                       
Das ‚Edikt des Theodosius‘ macht das Christentum zur alleinigen Staatsreligion.

395 n. Chr.                       
Der Limes bricht zusammen, die Stadt Carnuntum wird aufgegeben, wenige römisch lebende Zivilisten ziehen sich in einen Teil des Legionslagers, in die große Forumstherme (sog. Palastruine) und in Teile der Zivilstadt zurück. Die Donauflotte wird nach Vindobona (Wien) verlegt.

Ca. 400 n. Chr.                
Vandalen ziehen durch das Gebiet Carnuntums und plündern.

401/02 n. Chr.                 
Westgoten ziehen durch das Gebiet und plündern.

405/08 n. Chr.                 
Die Ostgoten gelangen nach Pannonien. Sie ziehen 408 n.Chr. nach Italien weiter.

Ca. 430 n. Chr.                
Letzte Erwähnung Carnuntums in der Notitia dignitatum.

433 n. Chr.                       
Pannonien geht per Vertrag an die Hunnen, die romanisierte Bevölkerung verlässt zu einem überwiegenden Teil das Gebiet.

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