Instrumente und Musik der Antike

In antiker Zeit waren brozene Blechblasinstrumente weit verbreitet und erfüllten wichtige Aufgaben in der römischen Kultur. Lauscht mit Hagen Pätzolt den Klängen der Antike!

Aufgrund meines besonderen historischen Interesses und nach der gründlichen Auseinandersetzung im Studium in der historischen Interpretationspraxis für Alte Musik ergab sich für mein musikalisches Verständnis die Frage um die Musik des Altertums, die als Frühe Musik bezeichnet wird. Damit begann die Forschung und die überschneidende Arbeit zwischen Musikwissenschaft und Archäologie, die sich parallel zu den Studien für Pädagogik, ein anschließendes Konzertdiplom sowie einem weiteren Examen in der Musikwissenschaft verhielt und sich bis heute darstellt!

In Carnuntum, einer der bekanntesten und wichtigsten Orte der römischen Zeit, kannte jeder römische Bürger und sicherlich auch Unfreie die Instrumente der Unterhaltungsmusik bzw. eine Überschneidung der Instrumententypen mit dem hohen Protokoll des Götterkultes, wie beispielsweise zu den großen Gladiatorenspielen oder das musikalisch umrahmte Huldigen der entsprechenden Gottheit im Tempel.

In antiker Zeit waren bronzene Blechblasinstrumente weit verbreitet und erfüllten wichtige Aufgaben in der römischen Kultur. Die aus etruskischer und griechischer Epoche bekannten Instrumente Tuba, Cornu, Bucina und Lituus fanden schon seit frühester Zeit im kultischen sowie militärischen Bereich Verwendung. So wurden auch später im römischen Militär, für den Kastelldienst und den kriegerischen Auseinandersetzungen, die Tuba und das Cornu im disziplinären und taktischen Sinne eingesetzt. Die Tubicines (Tubisten) und Cornicines (Hornbläser) gaben mit ihren Instrumenten in der Schlacht die Befehle an die Soldaten weiter und wiesen dem strengen Protokoll im täglichen Kasernendienst entsprechende Ordnung zu, wie etwa dem morgendlichen Appell, der Wachablösung und der Stundenangabe.

Im professionellen römischen Unterhaltungsapparat waren vor allem speziell gebaute Blechblasexemplare für die musikalische Umrahmung in den Arenen im Einsatz. Hier ist insbesondere unser Cornu-Nachbau zu nennen, der im Original im Amphitheater von Pompeji erklang und als frühes virtuoses Blechblasinstrument gilt. Dieser Fund zeigt gravierende Unterschiede zwischen der militärischen und der eher filigranen Bauweise sowie dem Cornicen der Armee und dem zivilen Musiker in Beziehung zur Kunstmusik.

Im Rahmen der experimentellen Musikarchäologie habe ich mich mit der Nachbildung antiker Instrumente beschäftigt. Als Vorlage dienten dabei sowohl originale Funde, aber auch plastische oder bildliche Darstellungen. Durch die in der Philologie überlieferten Musikstücke, die mit unseren Klangdarstellungen spielbar sind, werden konzertant und mit wissenschaftlichen Erklärungen diese Traktate und Frakmente zu Gehör und Betrachtung gebracht.

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