Pressblechherstellung

Man nennt mich MARCUS VOLCANUS. Im Umgang mit dem Feuer stelle ich mich geschickt an. Schaut her, was ich alles aus silbernen, bronzenen oder messingen Pressblechen herstellen kann!

Man nennt mich MARCUS VOLCANUS. Ich komme von einem kleinen Teilstamm der volkreichen HERMUNDUREN an einem Nebenfluss der Elbe. Geboren wurde ich im Jahre 913 nach der legendären Gründung Roms im letzten Regierungsjahr des ANTONINUS PIUS, doch das hat uns damals im freien Germanien eher weniger interessiert. Wonach uns mehr verlangte, waren Roms Schätze und der Wohlstand von dem uns die Händler berichteten.

So zog ich nach einem harten Winter mit ihnen nach Süden und überquerte die Donau in der Nähe von CASTRA REGINA. Dort ließ ich mich von den Hilfstruppen anwerben. Unter dem göttlichen MARCUS AURELIUS nahm ich am zweiten Germanenkrieg gegen die Quaden teil und diente in RAETIEN und PANNONIEN.

Als der Gehilfe des Bronzeschmiedes im Kampf starb, nahm ich seinen Platz ein. Bald schon nannten sie mich spaßhaft ARTIFEX, da ich mich im Umgang mit dem Feuer geschickt anstellte. Nach kaum zwei Jahren starb der Schmied am schlechten Fieber und ich wurde zum IMMUNIS befördert. Damit war ich von allen schweren Diensten befreit und musste mich nur noch um die Werkstatt kümmern.

Unter SEPTIMUS SEVERUS, den wir in CARNUNTUM zum Kaiser ausgerufen hatten, beendete ich meine Dienstzeit und erhielt römisches Bürgerrecht. Von meiner Soldabfindung kaufte ich mir ein Gespann und ziehe nun als Bronzehändler und Handwerker durch die Provinzen.

Eines der Handwerke, die ich betreibe, ist das Herstellen von silbernen, bronzenen oder messingen Pressblechen. Dabei handelt es sich um eine Form der Treibarbeit über einem metallenen Model und geschieht folgendermaßen:

Zuerst wird ein römisches Ziermotiv modelliert; so z.B. Remus/Romulus, Pelten, Palmetten, Blüten, Götter oder Münzmotive. Diese werden dann als Matrize oder Patrize in Bronze abgegossen. Nun wird mit Hilfe eines Treibhammers das Motiv über eine Zwischenlage aus Blei auf das zu prägende Blech übertragen. Es wird so lange geschlagen, bis sich das Motiv komplett abgebildet hat. Danach kann das Blech entsprechend seiner Verwendung zugeschnitten, poliert, gelocht und aufgenietet werden. Archäologische Funde von Pressblechresten zeigen, dass sie Holzkästen, Möbel, Fibeln, Schilde und Gürtel zierten. Damit konnten mit wenig Materialeinsatz große Flächen seriell verziert werden, ohne auf die Gusstechnik zurückgreifen zu müssen.


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