Im zweiten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns nicht nur mit den verfügbaren Speisen der Römischen Antike.

Ernährung in der Antike: Verfügbare Lebensmittel

Im zweiten Teil unserer Serie Ernährung in der Antike, beschäftigen wir uns nicht nur mit den verfügbaren Speisen der Römischen Zeit. Wir halten auch fest: Vieles war im Römischen Reich noch nicht bekannt. 

 

Was es nicht gab

Etwas ungewohnt wollen wir zuerst betrachten, was den Römern nicht zur Verfügung stand. Vieles davon wird heute mit „mediterraner Küche“ in Verbindung gebracht, stammt aber eigentlich vom Doppelkontinent Amerika. So waren den Römern Kartoffeln, Mais, Tomaten, Zucchini und Zuckerrüben unbekannt. Tee, Kakao und Kaffee gehörten ebenfalls nicht zum römischen Getränkerepertoire, waren doch die entsprechenden Pflanzen in Europa noch unbekannt oder nicht verbreitet.

Diese Speisen sind aus heutigen Küchen nicht mehr wegzudenken, dennoch wäre es falsch zu schreiben, dass die Römer dafür „Ersatz gefunden haben“. Ganz im Gegenteil, sie ersetzten über die Jahrhunderte die bestehenden Traditionen, beziehungsweise änderten sich die Ernährungsgewohnheiten aufgrund anderer Umstände. Die Römer hatten schlicht andere Gewohnheiten, als wir sie heute pflegen. Zum römischen Frühstück (Ientaculum) wurde zum Beispiel – neben hauptsächlich Wasser und gelegentlich Milch – manchmal (verdünnter) Wein getrunken, etwas das heute eher verpönt ist.

 

Was es gab

Wie bereits im ersten Teil unserer Serie erwähnt, war Getreide das Hauptnahrungsmittel des Römischen Reichs, hier vor allem Weizen und seltener die Gerste. Die römische Küche verwendete oft und gerne Hülsenfrüchte: Acker- und Feldbohnen, Erbsen und Linsen wurden häufig gegessen. Diese Früchte waren im Anbau leicht zu handhaben und deswegen weit verbreitet und beliebt. Weiters sind sie energiereich und relativ gut halt- und lagerbar. An Gemüse finden sich zudem noch Mangold und Spinat, Karotten (allerdings noch nicht so geformt wie heute und farblich heller), Knoblauch, Lauch, Feldkohl, Kraut, Radieschen, Rettich, Sellerie und Feldsalat im römischen Garten. In Rezepten wird gerne Raps, Kerbel, Senf und Spargel verwendet. Ganz besonderen Stellenwert hatten aufgrund ihrer Haltbarkeit Zwiebel und Knoblauch. Praktischer Nebeneffekt: Beide zeichnen sich durch einen besonders hohen Vitamin-Gehalt aus.

In Carnuntum heimisch beziehungsweise nachgewiesen sind Äpfel und Birnen, die wohl schon vor der römischen Besiedelung verbreitet waren und immer noch sind. Weiters wurde von den Römern am Donaulimes der Pfirsich, die Marille und die Weintraube kultiviert, Pflanzen die später für viele Gegenden in Österreich geradezu identitätsstiftend wurden. Außerdem waren Süßkirschen, Weichseln, Himbeeren, Walderdbeeren, Brombeeren und Holunder beliebt und heimisch. Auch Kastanien, Walnüsse, Hagebutten und Pilze gelten als gesichert. In Carnuntum wurde vor allem Fisch aus der Donau verzehrt, hier waren Wels und Waller stark vertreten, wenngleich Süßwasserfisch als Speise der armen Menschen galt.

 

Eine rekonstruierte römische Küche in Carnuntum.

 

Fleisch an sich wurde im Vergleich zu heute extrem spärlich verzehrt und war eher Luxus, was vor allem mit den eingeschränkten Lagermöglichkeiten zusammenhängt. Selbstverständlich unterschieden sich die Essgewohnheiten je nach Tagesablauf, Art der Arbeit, sozialer Stellung und finanziellen Möglichkeiten stark. Nachgewiesen an Fleischsorten sind Schwein, Rind, Huhn, Wild, Schaf und Taube. Der Truthahn war noch nicht bekannt, er kam wie viele Pflanzen erst aus Amerika nach Europa.

Natürlich waren nicht im gesamten Römischen Reich alle Speisen zu gleichen Maßen verfügbar. So wurde in Carnuntum etwa garum (Fischsauce) importiert. Dies lässt sich anhand von Funden ausgezeichnet dokumentieren, denn es wurden Amphoren aus Spanien gefunden, die den Handel mit der Gewürzsauce belegen. Auch Wein wurde aus Italien importiert, da der regionale Wein sich im Geschmack vom Wein aus dem Süden deutlich unterschied. Vor allem reiche Römer dürften den importierten Wein bevorzugt haben. Ganz wichtig war noch das Olivenöl, das in Carnuntum nicht hergestellt werden konnte und neben der Verwendung zum Kochen auch für Beleuchtung und Körperhygiene verwendet wurde.

 

Noch mehr zu den Römern? Hier geht es zu unserer Serie über das antike Bauwesen!

Lust auf ein exquisites Römisches Mahl? Dann werfen sie einen Blick auf unsere Römischen Gaumenfreuden!

 

Literatur: 

Alltag im Alten Rom. Das Leben in der Stadt. Karl-Wilhelm Weeber, Patmos Verlag, Düsseldorf und Zürich, 3. Auflage 2006.

Das Römische Gastmahl. Eine Kulturgeschichte. Elke Stein-Hölkeskamp, Verlag C.H.Beck, München, 2005.

Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike (DNP). Hrsg. von Hubert Cancik. Metzler, Stuttgart, 1996–2010.

 

Bilder: A. Achtsnit, Olschinsky

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