Carnuntiner Gladiatorenschule

Finanziert vom Land Niederösterreich, kam 2011 im Zuge von Forschungsarbeiten des Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI-ArchPro) ein sensationeller Fund ans Licht: westlich des Amphitheaters der Zivilstadt in Petronell-Carnuntum wurde eine Gladiatorenschule (ludus) entdeckt. Die Deutlichkeit der erfassten Baustrukturen ist bislang nur mit dem ludus magnus östlich des Kolosseum in Rom vergleichbar, in seiner Vollständigkeit und Dimension ist der archäologische Befund mit modernsten zerstörungsfreien Methoden weltweit einzigartig.

Die 1.700 Jahre alte Anlage, ein abgeschlossener Gebäudekomplex mit einem Ausmaß von 2.800 Quadratmetern, wurde auf einem Gesamtareal von 12.000 Quadratmetern errichtet und bot etwa 40 bis 60 Gladiatoren Platz. Die Gebäudeteile waren um einen großen Innenhof angeordnet, in dessen Mitte sich eine kreisrunde Trainingsarena mit einem Innendurchmesser von 14 Metern und einem Außendurchmesser von 19 Metern mit hölzernen Zuschauertribünen befand. In den Radarbildern ließen sich darüber hinaus eine beheizbare Trainingshalle, eine Therme, ein Verwaltungstrakt bzw. Wohnbereich des Besitzers der Gladiatorenschule (lanista) und die durchschnittlich fünf Quadratmeter großen Wohnzellen der Kämpfer erkennen.

Nach der Erstuntersuchung durch geophysikalische Methoden wurde im Juni 2014 mit der feldarchäologischen Untersuchung zweier Teilbereiche des Areals begonnen. Zusätzlich rekonstruierte man in Zusammenarbeit mit Archäologen, Architekten und Historikern die hölzerne Übungsarena des Carnuntiner ludus am Originalstandort. Diese war 2015 einer der Filmschauplätze der internationalen „Universum“-Produktion „Carnuntum – Stadt der Gladiatoren“.

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