13. Mai 2026, 19:00 Uhr

WIE ZÄHLE ICH GETÖTETE FEINDE? ERSTE ARCHÄOLOGISCHE ZEUGNISSE VON GEWALT IM ÖSTLICHEN NILDELTA

Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Bietak Univ. Wien, Institut für Ägyptologie

Römerstadt Carnuntum – Seminarraum
2404 Petronell-Carnuntum
Hauptstraße 1A

Im Laufe der Ausgrabungen im alten Avaris (Tell el-Dab‘a), Hauptstadt der Hyksos und später Flottenstation des ägyptischen Neuen Reiches, fanden sich auf dem Vorplatz vor dem Thronsaal eines Hyksospalastes Gruben, die mit abgetrennten rechten Händen von Männern gefüllt waren. Aus Reliefdarstellungen und Inschriften des Neuen Reiches ist bekannt, dass Soldaten im Alten Ägypten getöteten Feinden die rechte Hand abtrennten, um für diese Trophäen im Rahmen einer Zeremonie nach der Schlacht belohnt zu werden. Es ist das erste Mal, dass diese Praxis archäologisch nachgewiesen werden konnte, und es gibt Hinweise, dass dieser Brauch sowie das Abschneiden des Kopfes aus Vorderasien, dem Herkunftsland der Menschen hinter der Hyksosherrschaft, eingeführt wurde.

Im Umfeld eines Soldatenfriedhofs aus der frühen 18. Dynastie kamen außerdem Mehrfachbestattungen zutage, die auf gewaltsamen Tod schließen lassen, wobei sich erstaunliche Parallelen zu Darstellungen in der ägyptischen Jenseitsliteratur ergeben.

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